Durdane

Resilienz und Ich

Hallo –

ein paar Worte über mich  und warum Resilienz in meinem beruflichen und privaten Leben so eine große Rolle spielt!

Mein Name ist  Durdane Meyer-Boland, ich bin Diplompädagogin und habe an der Universität Dortmund studiert. Ich bin 44 Jahre alt.

Zunächst einmal bin ich aufgewachsen in einer Gastarbeiterfamilie in Gelsenkirchen. Mein Vater war Zechenarbeiter und meine  Mutter war Arbeiterin in einer Schlachterei. Aufgrund schwieriger Verhältnisse und mehrerer Schicksalsschläge (Tod der Mutter, Unfall des Vaters und späterer Tod des Vaters) bin ich mit meinen vier Geschwistern im Alter von vier Jahren in einem Gelsenkirchener Kinderheim untergekommen. Ich war die zweitälteste von fünf Kindern. Mit acht Jahren wurde ich gemeinsam mit meiner jüngeren Schwester adoptiert und ich wuchs seit diesem Zeitpunkt bei Adoptiv-Eltern in Bocholt in der Nähe der niederländischen Grenze auf.

Trotz meines schwierigen familiären Hintergrundes konnte ich mein Studium in Pädagogik an der Universität in Dortmund abschließen. Es war schon sehr frühzeitig mein Anliegen, meine vorhandenen psychologischen Fähigkeiten einzusetzen, um  anderen Menschen in ihren Lebenssituationen zu helfen.  Aus diesem Grund habe ich eine Ausbildung bei der Telefonseelsorge absolviert und dort eine ehrenamtliche Tätigkeit ausgeübt. Außerdem leitete ich erfolgreich ein Projekt für übergewichtige Kinder in Dortmund. Das Projekt bestand aus drei Dimensionen, zum einen ein Bewegungstraining, ein Ernährungstraining und ein psychosoziales Training. Ziel dieses psychosozialen Trainings war es, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken.

Nach Ende dieses Projektes habe ich für die Caritas in Dortmund eine Tätigkeit als Coach und Dozentin für die Berufliche Eingliederung Erwachsener und Jugendlicher ausgeübt. Im Prozess der langjährigen Coachings mit teils schwierigem Klientel, habe ich über mich festgestellt, dass Optimismus meine ganz persönliche und ausgeprägteste Stärke ist.

Ich bin privat und beruflich in unterschiedlichen Kontexten immer wieder auf das Thema Resilienz gestoßen. Schon in meiner Jugend habe ich mich öfter darüber gewundert, dass es Menschen in meinem Umfeld gibt, die nicht gut mit Krisen umgehen können.

Ein mir naher Freund, aus bestem Hause, wie auch seine Schwester litten unter Depressionen und Essstörungen. Sie wurden in Ausbildung und Studium stets finanziell und mental unterstützt. Beide hatten in meinen Augen die besten Voraussetzungen, ihr Leben gut zu meistern. Schon damals habe ich bemerkt, dass mein mir naher Freund diese Voraussetzungen nicht wirklich besitzt. Verglichen mit seiner Situation habe ich mir vorgestellt, wie sich mein Freund unter schwierigeren Voraussetzungen entwickelt hätte? Hätte ihn meine Lebensgeschichte gestärkt oder wäre er daran zugrunde gegangen? Wie ich mir diese Diskrepanz, dass Menschen mit schwierigen Voraussetzungen dennoch sehr erfolgreich sind, während Menschen mit besten Voraussetzungen oft scheitern? Fragen, wie diese haben mich immer wieder fasziniert.

Diese Fragen haben mich derart absorbiert, dass ich manchmal nachts aufgewühlt im Bett lag und mich gefragt habe, warum es Menschen in meiner Umgebung gibt, die bereits an vermeintlich kleineren Herausforderungen scheiterten, trotz bester Voraussetzungen in Kindheit und Jugend.

Durch meine eigenen Erfahrungen habe ich einen starken emotionalen Bezug zu diesem Thema. Ich selbst bin immer wieder von Bezugspersonen als Stehaufmännchen betitelt worden. Der Begriff des Stehaufmännchens wird gerne im Zusammenhang mit resilienten Menschen verwendet. Mir persönlich ist dieser Begriff jedoch lediglich zur bildlichen Vereinfachung des Themas angemessen und ansonsten etwas zu banal, um dieses umfangreiche Thema zu genüge zu umschreiben.

Ich lese regelmäßig Artikel zum Thema Resilienz in wissenschaftlichen Publikationen. Mich fesselt das  Thema seit Jahren,  da  aufgrund meiner Familiengeschichte immer wieder Fragen aufkamen. Die ständigen Diskussionen über das Thema Resilienz mit meiner Schwester Fatma, die sich ebenfalls im Rahmen ihrer Tätigkeit als Diplom-Pädagogin mit diesem Thema auseinandersetzt, führen zu einer permanenten Weiterentwicklung meiner Seminarinhalte.

Mein Thema ist Resilienz; berufliche und private Erfahrungen sind für mich zu einer Berufung geworden.

Es ist somit ein persönliches und privates Anliegen, die Erkenntnisse dieses Themas aufzuarbeiten und diese in einem Seminar weiterzugeben.